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Frauensportgruppe Seelow PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: MOZ- Beitrag   
Montag, den 09. November 2009 um 11:32 Uhr

allgemeinImmer mittwochs, wenn sich der Abend über die Stadt legt, wird die Grundschule in Seelow zur Pilgerstätte. Frauen, meist ältere, haben dann nur ein Ziel: die kleine Turnhalle. Ihr auffälligstes Utensil: Zusammengerollte Matratzen, die unter ihren Armen klemmen. Fitness steht an. Eine Stunde lang. Vorher wird kurz geplaudert. Die Wiedersehensfreude ist groß. Aber pünktlich um halb sieben geht´s los. Von da an hört alles nur noch auf Gerda Parnows zackige Kommandos. "

So ihr Lieben. Dann wollen wir uns mal aufwärmen." Die Frau mit den strahlend blauen Augen und den kurzen grauen Haaren klatscht dreimal in die Hände, bringt den kleinen Kassettenrecorder zum Singen und fast 30 Frauen zum Hüpfen. Die Arme der Damen fliegen hoch und wieder runter, sie schütteln sich und kreisen die Köpfe nach rechts und links und wieder zurück. Genauso, wie sie es gelernt haben. Ihre Vorturnerin ist zufrieden. Sie lobt die Frauenriege oft, bedankt sich nach jeder Übung mit einem freundlichen Dankeschön.

"Wir wollen ja nicht zur Olympiade", erklärt Gerda Parnow und lacht wie so oft. "Wir wollen nur ein bisschen unsere Muskeln aufbauen und den Kreislauf in Schwung halten." Dafür überlegt sie sich ständig neue Übungen und entwickelt Ideen. Bei den Frauen kommt das gut an - besonders, dass sie bis auf ein einziges Mal nie gefehlt hat. Da war sie im Urlaub, kümmerte sich aber um eine Vertretung, die in der Sportstunde einsprang.

1985 übernahm die sportliche Frau den Gymnastikkurs. Kurz zuvor ließ sie sich als Trainerin ausbilden. Seit damals ist sie jede Woche am Start. Selbst an Tagen, an denen sie sich nicht besonders fit fühlte oder verschnupft war. So wie diesen Mittwoch. Warum sie sich nicht daheim pflegen lässt? Sie zeigt auf die vielen Frauen und stellt fast erschrocken fest, dass sie die Damen doch nicht sitzen lassen könne.

Gerda Parnow ist beliebt bei der Frauengruppe. "Sie macht das ganz toll und begeistert uns immer wieder", lobt Elfi Schulz, eine Sportsfrau der ersten Stunde. Die Damen schätzen an ihrer Trainerin aber auch ihre fürsorgliche Art. "Wenn eine von uns fehlt, erkundigt sie sich beim nächsten Treffen immer, wie es ihr geht oder greift gleich zum Telefonhörer", sagt Irma Nöldner, die mit 71 Jahren zu den ältesten Frauen des Kurses gehört. Aber nicht nur die Fitnessstunden liegen in der Hand der engagierten Frau. Sie organisiert auch Ausflüge. Dieses Jahr etwa wollen die Sportdamen nach Friedersdorf wandern.

Gymnastik ohne Gerda Parnow, das ist für die Seelower Frauengruppe unvorstellbar. Eine der Fitnessdamen bringt es auf den Punkt: "Deshalb sind wir ja so anhänglich, weil wir eine so liebe Chefin haben." Der Mythos vom schwachen Geschlecht ist hier komplett fehl am Platz. Im Gegenteil: die Gymnastikdamen beweisen dank ihrer Lehrerin jeden Mittwoch, wie stark sie sind.

Quelle: Mandy Timm (MOZ)

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 18. März 2011 um 23:45 Uhr
 

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